Ganz anders aber auf der kurzen Bahn. Hier konnte ich nach dem ersten Wurf schon einen Biss verzeichnen und es sollte auch bis Mittag so weitergehen. Den Korb füllte ich mit dem liquidised Bread und einigen Pinkie und Maden.

Der Rhythmus war einfach Wahnsinn. Beinahe jeder Wurf wurde mit einem Fisch belohnt. Angefangen von Rotaugen und Güstern, stellten sich dann auch die Brassen an den Platz. Fische bis 700 Gramm konnte ich überlisten, plus 4 kleinere Bonuskarpfen fanden den Weg in meinen Kescher. Einfach unglaublich bei 3 Grad Wassertemperatur.

Der beste Köder an diesem Vormittag waren 2 tote Maden. Dabei rollte ich die lebende Made kurz mit dem Finger über den Oberschenkel.

Mein Plan war es 2 Bahnen zu benageln. Auf der langen Distanz (ca. 75 m) verwendete ich den Methode Feeder, für die kurze Spur bei ca. 22 m wählte ich den klassischen Futterkorb. Das Vorfach am Flat bestand aus einem 10 cm langen 0,17 mm Fluoro Carbon mit einem 12er Haken. Am Haar köderte ich 3 Stück Brotscheiben mit 8 mm oder 10 mm Durchmesser an. Die Rute dazu war die Sphere 3,6 m mit 80 Gramm WG und der Black Viper 840 FD Rolle bespult mit 0,20 mm Cenex Feeda Line und 5 m Schlagschnur.

Kurz kam meine Lieblingsrute zum Einsatz, die 3 m lange Sphere Bomb. Dabei fischte ich mit geflochtener Hauptschnur und einer sehr kurzen Schlagschnur. Damit bekomme ich noch den kleinsten Zupfer an der 1oz. Glasspitze angezeigt. Ein Minikorb mit 20 Gramm und ein langes Vorfach aus 0,11 mm Fluoro Carbon vervollständigt die Montage. Den 16er Haken beköderte ich dabei mit 2-3 Pinkie oder 1-2 Maden.

Lange dauerte es nicht bis sich die 3,6 m Sphere im Halbkreis bog. Völlig überrascht nahm ich Kontakt zum Fisch auf und musste feststellen, dass es sich hierbei nicht um einen kleinen Satzkarpfen handeln konnte. Der Fisch zwang mich sogar die Schnur aus dem Clip zu nehmen, doch nach kurzem, heftigen Drill landete der Schuppi im Kescher. Neu beködert legte ich die Falle wieder aus.

Mit der Stoppuhr kontrolliere ich, wie lange die Rute im Wasser liegt. Bei ca.  25 – 30 Minuten holte ich ein und warf erneut aus. Doch leider blieb es nur bei dem einen Fisch.

Diese soften Köder waren der Schlüssel zu den größeren Fischen, köderte ich lebende Maden oder Pinkie, stürzten sich die Rotaugen darauf. Auch war es immer wieder nötigen den Korb kurz zu bewegen. Darauf folgte in den meisten Fällen der vehemente Anbiss.

Bei so viel Aktivität waren die kurzen Schneestürme die durch den böigen Wind angetrieben wurden reine Nebensache. Doch irgendwann wird es dann doch zu kalt in den Fingern und ein warmer Tee zu Hause hilft dabei den turbulenten Vormittag noch einmal Revue passieren zu lassen. Somit meine Empfehlung, lieber ein paar Stunden am Wasser, als gar nicht.

 

Jürgen Fröschl

Team Browning Austria